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Junge Informatiker mit dem John Atanasov-Preis ausgezeichnet

Foto: BTA

Zwölf kluge junge Köpfe Bulgariens wurden mit dem John Atanasov-Preis ausgezeichnet. Die Zeremonie fand zwei Tage nach dem Geburtstag von John Atanasov am 4. Oktober statt, dem berühmten Erfinder des ersten elektronischen Computers mit regenerativem Speicher, der bulgarischer Herkunft ist.



Das Motto der 23. Zeremonie „Junge Menschen in der Informatik“ wurde nicht zufällig gewählt. In diesem Sommer erzielte die bulgarische Nationalmannschaft im Bereich Informatik ihr bestes Ergebnis in der über 30-jährigen Geschichte der bulgarischen Teilnahme an der Internationalen Informatik-Olympiade. Die bulgarische Mannschaft belegte auch bei der Zweiten Internationalen Olympiade für Künstliche Intelligenz in diesem Jahr prestigeträchtige Plätze. Die große Neuigkeit der letzten Woche sind die vier Medaillen von der Balkan-Olympiade für Informatik, davon eine in Gold. 

Andrej Stefanow
Mit der Goldmedaille und dem ersten Platz bei der 31. Balkanolympiade für Informatik kehrte Andrej Stefanow zurück. Er besucht die 11. Klasse des Ersten Privaten Mathematik-Gymnasium in Sofia und ist außerdem Silbermedaillengewinner der Internationalen Olympiade für Informatik 2025 sowie Silbermedaillengewinner des Internationalen Informatik-Wettbewerbs für Fortgeschrittene. 
„Das Wichtigste ist, die Aufgaben zu lösen und die Theorie zu lernen, aber es ist sehr schwer, Erfolg zu haben, wenn man es nicht mit Begeisterung tut“, sagte Andrej nach der Zeremonie im Präsidialamt. Er teilte mit, dass er seine Ausbildung im Ausland fortzusetzen aber nach dem Studium nach Bulgarien zurückkehren wolle, um die Wissenschaft in Bulgarien voranzubringen. 

Ilian Jordanow
Die Nationalmannschaft für Informatik wird von Ilian Jordanow geleitet. Für den Erfolg der Mannschaft und die beste Platzierung in der Geschichte, die 2025 erreicht wurde, unterstreicht er auch den Verdienst von Julia Dimitrowa, Lehrerin für Informatik- und Informationstechnologie, die am Mathematikgymnasium „Dr. Petar Beron“ in Sofia unterrichtet. Auch sie wurde vom bulgarischen Präsidenten ausgezeichnet. 
Ilian Jordanow selbst ist Absolvent der Universität „Heiliger Kliment Ochridski” in Sofia und arbeitet derzeit am Institut für Informatik der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften.



„Wir sind ein junges Team. Einige studieren noch, andere haben gerade ihren Abschluss gemacht. Auch wir sind ehemalige Wettkämpfer, sind in der Informatikbranche geblieben und helfen jetzt den Talenten, sich weiterzuentwickeln“, erklärt Ilian Jordanow in einem Interview für Radio Bulgarien und unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die Erfolge der Nationalmannschaft für Informatik bekannt werden. Seiner Ansicht nach öffnen solche Wettkämpfe Türen und entwickeln die Schüler weiter.  Ilian Jordanow ist überzeugt, dass wir viele Erfolge der jungen Informatiker der Schulbildung verdanken, da es noch immer ein gut ausgebautes Netzwerk von Schulen und Lehrern gibt, die solche Inhalte vermitteln können. Ein Problem sei jedoch, dass die Schulprogramme keine Aufgaben beinhalten, die bei internationalen Wettkämpfen gelöst werden. In den öffentlichen Schulen fehlt es an theoretischem und fundiertem Programmierunterricht, der die Grundlage für vertiefte und dauerhafte Kenntnisse im Bereich der Informatik bildet.

Mario Petrow
Zu den John Atanasov-Preisträgern im Bereich der Informationstechnologien gehört auch Mario Petrow, Schüler der 12. Klasse im Berufsgymnasium für Elektronik und chemische Technologien „Prof. Assen Slatarow“ in Plewen.
„Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Informationstechnologie und Programmieren. Mein Interesse wurde dadurch geweckt, dass ich als Kind oft Videospiele gespielt habe“, erzählte der junge Mann den Journalisten. „Später entwickelte sich daraus das Schreiben von Code. Wenn man darin aber wirklich gut werden will, muss man über das Schulniveau hinausgehen und sich sehr anstrengen. Ich habe vor, meine Ausbildung im Ausland fortzusetzen. Das Wichtigste für mein Fachgebiet ist die Ausdauer, denn die Technologien ändern sich täglich, und wenn man auch nur einen Tag lang nicht dranbleibt, kann man zurückfallen und ist nicht mehr wettbewerbsfähig.“
Das von Mario Petrow entwickelte Projekt heißt MedCare und hat zum Ziel, den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen in Bulgarien mithilfe einer mobilen App zu erleichtern. Mit dieser App kann jeder bulgarische Staatsbürger seine medizinischen Daten und seine Krankenakte einsehen.



Die bulgarischen Erfolge in den Bereichen Informatik, Mathematik und Zukunftstechnologien können sich sehen lassen. Hoffnung auf Fortschritt und ein neues Antlitz des Landes geben gerade diese jungen Wissenschaftler, die auf dem roten Teppich im Wappensaal der Präsidentschaft ihre Auszeichnungen erhalten haben.


Übersetzt und veröffentlicht von Georgetta Janewa

Fotos: BTA, Facebook/ Erstes privates Mathematikgymnasium



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