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Bulgarien liegt beim Schutz der Patientenrechte an letzter Stelle in Europa

Foto: BGNES
Auch wenn man gut lebt, schlüpft man früher oder später in die Rolle des Patienten und hat es mit den verschiedensten Problemen zu tun, die damit verbunden sind. In Bulgarien, wo gegenwärtig erneut eine Gesundheitsreform läuft, ist die Lage noch komplizierter. Die Patienten stoßen nicht selten auf verschiedene bürokratische Hindernisse. Nach der Studie „Ermächtigung der europäischen Patienten – Möglichkeiten und Bedeutung“ liegt Bulgarien beim Schutz der Patientenrechte an letzter Stelle in Europa. Negativ werden auch eine Reihe Charakteristika der nationalen Gesundheitsgesetzgebung bewertet - im Zusammenhang mit der Wahl der Anbieter von medizinischen Dienstleistungen, von nationalen Screeningprogrammen bei sozial bedeutsamen Erkrankungen, von informellen Zahlungen an Ärzte und Krankenschwestern, unzureichende Einbeziehung von Patientenorganisationen beim Treffen von politischen Entscheidungen auf dem Gebiet der Gesundheit.

Das solle sich durch die Gründung der größten Vereinigung in Bulgarien – der Nationalen Patientenorganisation verändern. Gegenwärtig sind ihr 21 nationale Patientenorganisationen und 23 regionale Vereinigungen beigetreten. Die Nationale Patientenorganisation verfügt über eine Telephonhotline für Meinungen und Empfehlungen für die Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen, sowie mit einer eigenen Internetseite www.pro.bg und ist offen für Zusammenarbeit mit allen anderen Patientenorganisationen im Land, die ihr bisher nicht offiziell beigetreten sind, sowie mit den staatlichen Institutionen, die für verschiedene Gesundheitsfragen zuständig sind. „Die Bildung der Nationalen Patientenorganisation in Bulgarien ist das Ergebnis der Notwendigkeit einer starken und vereinten Patientenstimme, die die Interessen eines jeden Patienten vertritt, unabhängig von seiner Erkrankung, Geschlecht, ethnischen und religiösen Zugehörigkeit“, sagt der Vorsitzende der Nationalen Patientenorganisation Dr. Stanimir Hasardschiew und weiter:

„Die Nationale Patientenorganisation wird für eine bessere Gesundheitspolitik, besseren Zugang zur Gesundheitsfürsorge für jeden bulgarischen Bürger, für eine breitere Einbeziehung unserer gesamten Gesellschaft wenn die Gesetzte und Verordnungen geschrieben und die Entscheidungen über die Ausgaben in der Gesundheitsfürsorge getroffen werden. Wir werden in mehreren Grundrichtungen arbeiten. Eine davon ist die Einbeziehung der Patienten in die Gesundheitspolitik und die Arbeit der Institutionen in Bulgarien. Unser Ziel ist es das Gesundheitssystem und –politik transparent für alle bulgarischen Bürger zu machen. Das soll durch öffentliche Bildungskampagnen und Projekte erfolgen. Sie sollen den Bulgaren gebildeter und gesunder machen und ihn lehren seine Gesundheit zu schätzen und zu schützen.“

Das erste Projekt der neuen Vereinigung heißt „Näher zu dir“ und ist auf die regionalen Patientenorganisationen ausgerichtet. „Wir suchen durch sie Vertretung auch in den entferntesten Gebieten, damit der konkrete Patient sich als Teil einer großen Gesellschaft fühlen kann“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Nationalen Patientenorganisation Ewgenija Adarska und weiter:

„Wir müssen mit Fachleuten sprechen“, sagt Ewgenija Adarska. „Der Grund für unser Selbstbewusstsein ist, dass wir viele Spezialisten haben. Wir haben ein stabiles Juristenteam, Wirtschafts- und Finanzfachleute. Sie sind erfahren und wollen für die Sache der Patienten arbeiten.“

Zum ersten Mal in Bulgarien haben Patientenorganisationen auch einen ethischen Kodex verabschiedet, der im Einklang mit den modernsten europäischen und weltweiten Standards ist. Der Kodex regelt die Beziehungen mit den Institutionen, den Pharmaunternehmen und unter den nichtstaatlichen Organisationen selbst.

Übersetzung: Vladimir Daskalov
По публикацията работи: Diana Hristakiewa


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