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Jahr 2012 verspricht hervorragende Qualitätsweine

Foto: BTA
Der heiße und trockene Sommer bescherte uns in diesem Jahr eine frühere Traubenlese. Zuvor hatte bereits der lange und eiskalte Winter viele Rebstöcke erfrieren lassen. Den Weinbauern blieb lediglich langanhaltender Herbstregen erspart, der den reifen Früchten ebenfalls hätte schaden können. Auch wenn die Erträge im Jahresvergleich um ein Drittel geschrumpft sind, sind die sonnengereiften Trauben aufgrund des hohen Zuckergehalts von ausgezeichneter Qualität.

Nach dem Spitzenjahrgang 2011 verspricht auch das Jahr 2012 hervorragende Qualitätsweine. Der schwächere Traubenertrag wird von den Weinbauern zumindest teilweise durch höhere Aufkaufpreise kompensiert. Übrigens zeichnen sich für den Großteil der europäischen Weinbaunationen in diesem Jahre Ernterückgänge ab, was generell steigende Traubenpreise zur Folge hat. Auch in diesem Herbst sind in Bulgarien Traubenaufkäufer aus Italien, Rumänien, Griechenland und Tschechien unterwegs. Sie sind vor allem auf der Suche nach weißen Trauben, die zunehmend in Mode kommen, zumal international die Anbauflächen mit roten Rebsorten überwiegen. Auch werden aus weißen Trauben Weindestillate hergestellt, aus denen dann Spirituosen wie Weinbrand, Wermut und Liköre entstehen.

In Bulgarien sagt man traditionell dem Rotwein zu. Aus guten Grund heißt es in einem alten bulgarischen Volkslied "Ach, lieber Weißwein, warum bist du nicht rot?" Allerdings geht der neue Trend zu leichteren Weiß- und Roséweinen, dem auch die bulgarischen Weinbauern Rechnung tragen. In geraumer Zeit soll das Ungleichgewicht zwischen Anbauflächen mit weißen und roten Rebsorten zumindest auf 40:60 korrigiert werden. Zahlreiche örtliche Weinbauern schwören auf die weiße Rebsorte Karlowski Misket. Bereits zur Zeit der Thraker hier angebaut, ist diese Sorte besonders hitze- und kältebeständig.

Im ersten Jahreshalbjahr wurden laut Angaben des Agrarministeriums im Jahresvergleich 16 Prozent mehr bulgarische Weine ausgeführt. Hauptabsatzmärkte sind Russland, Rumänien, Polen, Tschechien und Deutschland. Nach einer gewissen Stagnation wurde auch am heimischen Weinmarkt erstmals ein Plus 13 Prozent verzeichnet. Das lasse darauf schließen, dass der Bulgare die Spirituosen gegen den Wein eintausche, kommentierte Agrarminister Miroslaw Najdenow.

Die bulgarischen Weine, so Najdenow, etablierten sich zunehmend im mittleren und oberen Preissegment. Allerdings sei man gegen Schottlands Vorschlag über gemeinschaftliche Mindestpreise für Wein. Flaschenpreise von umgerechnet 5,50 Euro sind für den Bulgaren mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von rund 350 Euro nicht tragbar, argumentierte Agrarminister Najdenow.

Übersetzung: Christine Christov
По публикацията работи: Maria Dimitrowa-Pichot


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