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Internet-Chat birgt Gefahren

Foto: BGNES
In 60 Ländern der Welt wird der Tag des sicheren Internets begangen, darunter auch in Bulgarien. Er ist Anlass über die Gefahren des Internet besonders für die Kinder nachzudenken.

Sehr im Irrtum sind jene Eltern, die glauben, dass ihr Kind in Sicherheit ist, wenn es zuhause in seinem Zimmer vor dem Computer sitzt. Den 9jährigen Sohn unbeaufsichtigt im weltweiten Netzt surfen zu lassen kann nicht weniger riskant sein kann, als ihn um Mitternacht in einem entfernten Stadtviertel allein spazieren zu lassen. Denn die „virtuelle Straße“ birgt nicht weniger Gefahren. Das wird auch vom UNICEF-Bericht bestätigt, in dem es heißt, dass 2009 rund 750.000 Pädophile versucht haben, übers Internet mit Kindern in Kontakt zu treten und die Zahl ihrer Opfer 10.000 übersteigt.

Deswegen appellierte das bulgarische Nationale Zentrum für sicheres Internet, das zu einem Europäischen Netz von solchen Zentren „Insafe“ gehört, an die Eltern auf der Hut zu sein. Die diesjährige Kampagne für sicheres Internet fokussiert die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die sozialen Netze, die vor allem von den Teenagern besucht werden. 79 % von ihnen geben zu, dass die Bekanntschaftsseiten für sie zu einem Kommunikationskanal geworden sind, wie aus einer internationalen Microsoft-Studie hervorgeht. Ähnlich wie ihre Altersgenossen im Ausland nutzen die jungen Bulgaren heute kaum mehr die E-Mail. Jetzt sind die sozialen Netze in Mode. In Bulgarien ist ihre Zahl mehr als 110. Und 2700 Benutzer, vor allem Kinder und Jugendliche, nehmen an den 7 populärsten sozialen Netzen bei uns teil. Gleichzeitig erklärt die Hälfte der Jugendlichen in Bulgarien, dass sie sich sicher im Netz fühlen und bereit sind, ihre persönlichen Daten online bekannt zu machen. Die meisten geben an, dass ihnen von einem Unbekannten die Freundschaft angeboten wurde. 40 % von ihnen haben „aus reiner Neugier“ darauf geantwortet.

„Wir appellieren an die Kinder und Teenager zuerst zu überlegen, bevor sie persönliche Information ins Netz bringen, denn das kann ihre Sicherheit gefährden“, sagt der Koordinator des Nationalen Zentrums für sicheres Internet Georgi Apostolow. Die Kampagne für sicheres Internet startet mit dem Ausstrahlen eines speziellen Fernsehclips, der in der Sofioter U-Bahn zu sehen sein wird. An der Initiative beteiligen sich die drei bulgarischen Handybetreiber. Seit gestern schicken sie spezielle SMS-Botschaften an ihre Kunden mit dem Appell die mobilen Kommunikationen vernünftig zu nutzen. Die Eigentümer einiger der populärsten Portale für Partnersuche haben sich ebenfalls der Initiative angeschlossen.

„Wir haben Daten über die 10 populärsten bulgarischen Portale für Partnersuche gesammelt und ihre Eigentümer über die Schwächen und Risiken informiert, die sie erzeugen“, sagt Georgi Apostolow. „Sie haben im Anschluss danach vorgeschlagen eine Arbeitsgruppe zu gründen, die einheitliche Normen für die Onlinesicherheit für die minderjährigen User im Einklang mit den europäischen Standards aus dem vergangenen Jahr formulieren soll. Auf ihrer Grundlage soll ein jährliches Rating der sozialen Netze in Bulgarien aufgestellt werden. Diejenigen, die diesen Standards entsprechen, sollen ein „Sicherheitszeichen“ erhalten, das sie auf ihren Internetseiten zeigen können. Gleichzeitig werde das Nationale Zentrum für sicheres Internet eine dynamische Liste von sicheren bulgarischen Seiten veröffentlichen. Die Eigentümer behaupten, dass sie an den Sicherheitsregeln interessiert sind, weil jeder Zwischenfall mit einem ihrer Besucher zum Verlust von 5.000 bis 6.000 Besuchen ihrer Seiten am Tag führe. Einige der Portale für Partnersuche in Bulgarien erklärten auf ihren Seiten, dass sie bestimmte Regeln für ihre Besucher einführen werden – eine Initiative, die von Kindern und Teenagern sehr begrüßt wird.“

Die totale Kontrolle des Verhaltens von Kindern im Netz ist laut den Fachleuten die falsche Lösung. Die Eltern und Lehrer müssen sich aber im Klaren über die Gefahren sein und die Kinder darauf vorbereiten mit ihnen fertig zu werden. Erfolgreich sind dabei Kurse für Online-Sicherheit, die seit zwei Jahren in 18 Sofioter Schule durchgeführt werden. Solche Kurse zur Ausbildung von Lehrern beginnen Ende Februar in unserer Schwarzmeerstadt Varna.

Übersetzung: Vladimir Daskalov
По публикацията работи: Veneta Nikolowa


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