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Bulgarien und Österreich – Verwirtschaftung der politischen Beziehungen

Staatspräsident Georgi Parwanow (l.) und Bundespräsident Heinz Fischer waren sich darüber einig, dass es zwischen den beiden Ländern keine offene Fragen gibt.
Foto: BGNES
Staatspräsident Georgi Parwanow befand sich auf zweitägiger Visite in Österreich. Der Besuch stand ganz im Zeichen der Priorität der bulgarischen Außenpolitik, nämlich die Verwirtschaftung der politischen Beziehungen.

Die beiden Donaustaaten Bulgarien und Österreich unterhalten schon seit fast zwei Jahrhunderten gute Beziehungen zu einander. Der politische Dialog läuft auf allen Ebenen. Die Kontakte zwischen den beiden Regierungen, den Parlamenten der beiden Länder, zwischen den Kulturinstitutionen und den einzelnen Regionen sind rege und aktiv. Eine Brücke zwischen den beiden Kulturen schlagen auch die fast 5 000 bulgarische Studenten in Österreich.

Eine Bestätigung der guten bilateralen Beziehungen war auch der Besuch des bulgarischen Staatspräsidenten Georgi Parwanow in Wien. Bei den Gesprächen mit dem Bundeskanzler Werner Faymann und dem Bundespräsidenten Heinz Fischer wurde bestätigt, dass es zwischen den beiden Ländern keine offene Fragen gibt und alle Probleme durch den Dialog und im gegenseitigen Interesse gelöst werden. In der heißen Frage über die Schengenmitgliedschaft Bulgariens noch in diesem Jahr, hat Österreich uns unterstützt und zwar aufgrund der erfüllten Kriterien. Und zwar ohne Zusatzbedingungen, so wie Sofia es will.

Wie erwartet, wurde den Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Staaten besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Österreich war schon immer führend unter den Businesspartnern Bulgariens. Nach einem gewissen Rückgang im letzten Jahr wollen beide Staaten, dass der bilaterale Handelsaustausch für das laufende Jahr 1 Milliarde Euro erreicht. Außerdem will Österreich wieder zum Investor Nummer 1 in Bulgarien avancieren. Österreich hat fast 6 Milliarden Euro in Bulgarien investiert, mehr als 300 österreichische Unternehmen produzieren hier. Das Interesse der österreichischen Unternehmen gilt vor allem den Telekommunikationen, dem Energiesektor, den Finanzen und dem Baubranche. Bei der bulgarischen Ausfuhr für Österreich sind die Maschinen und Maschinenbauprodukte führend, sowie Produkte aus der Textil- und Schuhindustrie u. a. Eine positive Tendenz ist bei dem Export von Zigaretten und Getränke zu beobachten. Leider bleibt aber der Rückgang beim Export von Lebensmitteln und Chemieprodukten erhalten.

In Wien hat Georgi Parwanow auch Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit im Energiebereich und bei der Diversifizierung der Energiequellen besprochen. Zusammen mit dem Kanzler Werner Faymann und mit dem Präsidenten Heinz Fischer waren sie sich darüber einig, dass die Arbeit am Gaspipeline-Projekt „Nabucco“, das Gas von der Türkei über Bulgarien bis nach Österreich transportieren soll, weiter geführt werden muss. Dasselbe gilt auch für das Projekt „South stream“, das russisches Gas über Bulgarien nach Österreich liefern wird. Laut Faymann geht es in beiden Fällen um Projekte, die sich gegenseitig ergänzen und die für beide Staaten von Vorteil sein werden. Die beiden Tage der Österreich-Visite des bulgarischen Präsidenten Georgi Parwanow, die wahrscheinlich seine letzte als Staatsoberhaupt war, haben die Perspektiven für die künftige bilaterale Zusammenarbeit erweitert. Im Geiste der bislang erfolgreichen Tradition auf diesem Gebiet soll dadurch auch die Nachhaltigkeit dieser Beziehungen garantiert sein.

Übersetzung: Milkana Dehler
По публикацията работи: Dimitar Uschew


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