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Blickpunkt Balkan

Rumänien: Brüssel kritisiert schwachen Abruf der EU-Subventionen
In einem offiziellen Schreiben an den rumänischen Premier Emil Boc zeigt sich EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso über die nur dreiprozentige Nutzungsrate der EU-Subventionen durch Rumänien besorgt.
"Die Kommission ist weiterhin besorgt über das äußerst geringe Niveau der finanziellen Absorption europäischer Strukturfonds in Rumänien, das in diesem Jahr nur drei Prozent erreicht hat", zitiert die APA Barrosos Schreiben. Der EU-Kommissionschef hatte im Dezember 2010 dem rumänischen Regierungschef einen ähnlichen Brief übermittelt.
Rumänien stehen laut Ton van Lierop, Sprecher des EU-Regionalkommissars Johannes Hahn, für die Zeitspanne zwischen 2007 und 2013 ca. 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Wie Violeta Alexandru, Direktorin des Instituts für öffentliche Politikstrategien erklärte, werden jedoch allzu oft EU-Gelder in sogenannte Geschäftszentren investiert, ohne dass es fundierte Studien zu deren ökonomischem Nutzen gebe, während beispielsweise im Gesundheitssektor die Nutzungsrate äußerst gering bleibt.
Rumäniens Probleme seien mit Korruption, Gesetzgebung, Inkompetenz, der Ineffizienz der Management- und Kontrollbehörden, Bürokratie oder Interessenskonflikten verbunden, erklärten Quellen aus dem Umfeld des Europaparlaments gegenüber der APA. Auch der rumänische Staatspräsident Traian Basescu hatte Ende Mai darauf hingewiesen, dass von 13 untersuchten Projekten bei insgesamt 10 Regelverstöße bei deren Umsetzung festgestellt wurden.

Montenegro: Regierung und Opposition streiten nach Volkszählung
In Montenegro ist ein politischer Streit über die Ergebnisse der im April durchgeführten Volkszählung entbrannt.
Die proserbische Opposition erkennt die Daten über die ethnische Zusammensetzung des Landes nicht an. Laut den vom Statistikamt in Podgorica veröffentlichten Zahlen ist nämlich der Anteil der Montenegriner seit der Volkszählung im Jahr 2003 von 43 auf 45 Prozent gestiegen, während jener der Serben von 32 auf 29 Prozent zurückgegangen ist.
"Wir können eine Lüge nicht als Wahrheit akzeptieren", empörte sich der Chef der oppositionellen Neuen Serbischen Demokratie (NOVA), Andrija Mandic. Seine Partei verfüge nämlich über Volkszählungsdaten, die sich von den offiziell veröffentlichten unterschieden. Auch die Sozialistische Volkspartei ging auf Distanz zum Statistikamt.
Besonders schmerzlich für die proserbische Opposition sind die Daten zur Muttersprache. Nur noch 43 Prozent der Bewohner Montenegros geben das Serbische als ihre Muttersprache an, um ganze 20 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2003. 37 Prozent bezeichneten Montenegrinisch als ihre Muttersprache, um 15 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Erhebung. Faktisch gibt es kaum einen Unterschied zwischen den beiden Sprachen. Beide sind eine Variante jener Sprache, die im früheren Jugoslawien "Serbokroatisch" genannt wurde.
Die Volkszählung war von EU- und Eurostat-Experten überwacht worden.

Rumänien: EADS-Konzern eröffnet neues Werk
Der Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec hat in dieser Woche sein neues Werk im rumänischen Ghimbav eröffnet. Das EADS-Tochterunternehmen hat nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro in das Werk investiert. In dem neuen Werk, in dem mehr als 500 Mitarbeiter tätig sein sollen, werden Metallbauteile für alle Airbus-Serien gefertigt und montiert.
"Dieses neue Werk von Premium Aerotec wird ein wichtiger Teil der Lieferkette des EADS-Konzerns werden und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie weiter zu stärken“, sagte EADS-Chef Louis Gallois, der ebenso wie Rumäniens Premierminister Emil Boc der Eröffnungsfeier beiwohnte. Für Premium Aerotec sei die vorhandene Infrastruktur und die bestehenden Fertigkeiten im Metallbereich entscheidend für die Wahl des Standorts, hieß es aus der Geschäftsführung.

Mazedonien: Jeder Dritte ist arm
Die Einkommen von jedem Dritten in Mazedonien lag im vergangenen Jahr unter der Armutsgrenze. Diese Angaben veröffentlichte das Statistikamt in Skopje. Demnach sind knapp die Hälfte der arbeitslosen Menschen als arm einzustufen. Und auch umgekehrt gilt – die Hälfte der armen Menschen in Mazedonien sind ohne einen festen Job. Vor Verarmung besonders gefährdet seien die kinderreichen Familien, denn jede zweite mehrfache Mutter ist arm. Die Statistiker betonen zudem, dass der überwiegende Teil der armen Menschen ohne Berufsausbildung sind.

Rumänien: Jeder Zweite bei Abiturprüfung durchgefallen
Mehr als die Hälfte aller Abiturienten in Rumänien ist bei der Abschlussprüfung durchgefallen, nur 45 Prozent der rund 200.000 Kandidaten schlossen die Prüfungen erfolgreich ab.
Das ist in erster Linie auf das entschlossene Vorgehen des linksdemokratischen Unterrichtsministers Daniel Funeriu gegen Korruption an Schulen zurückzuführen. 660 Schulabgänger wurden wegen Betrugsversuche bereits im Vorfeld von der Reifeprüfung ausgeschlossen - doppelt so viele wie im Vorjahr. Einige Lehrer und Schüler müssen sogar vors Gericht.
Die Medien im benachbarten Rumänien haben die unerwartete Blamage unterschiedlich kommentiert: für die einen war es eine "Nationalkatastrophe", für die anderen: die "Stunde der Wahrheit": Die Zahlen würden ein ernüchterndes, aber ehrliches Bild des realen Kompetenzniveaus der Schüler zeigen, von denen sich viele mit Schummelmethoden statt mit Lernen vorbereitet haben. Vor dem Jahr 2000 hatten stets mehr als 75 Prozent die Abiturprüfung bestanden, 2010 waren es noch über 67 Prozent.

Zusammengestellt von: Vessela Vladkova


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