Uns Bulgaren ist die Suche nach geistlichen Werten durchaus nicht fremd. Oft passiert es aber, dass wir nicht zum rettenden und befreienden Glauben finden, sondern Opfer von Aberglauben und okkulten Lehren werden. Viele geben die Schuld dafür der Kirche und sind der Meinung, dass sie selbst gegen diese Erscheinungen ankämpfen sollte. Zwölf Jugendliche, Schüler am Priesterseminar oder Theologie-Studenten an der Sofioter Universität sehen das jedoch anders. „Die Kirche, das sind wir alle. Wenn ich nicht anderen helfe und mit ihnen fühle, dann kann das die Kirche auch nicht tun“, meinen sie. Deshalb versuchen sie, anstatt bei anderen die Schuld zu suchen, alles zu tun, was in ihren Kräften steht. Und wenig ist das bei weitem nicht. Vor zwei Jahren sie haben den Blog „Dobrotoljubie“ (zu Deutsch in etwa „Liebe zum Guten“) eingerichtet, um mehr Menschen den christlichen Glauben näher zu bringen.
Unlängst ist auch die zweite Ausgabe der Online-Zeitschrift „Swetodawez“ (Lichtspender) erschienen. „Unsere Mission ist es, der Welt Licht zu spenden“, sagte in einem Interview für Radio Bulgarien Angel Karadakow, Mitbegründer von „Dobrotoljubie“. „Das Gute existiert, wir sollten nur lernen, es auch in den kleinen Dingen zu entdecken“, sind Angel und seine Glaubensbrüder überzeugt. Deshalb lautet der Slogan ihres Blogs „Wir lieben das Gute“. Angel erzählt, dass er sich von klein auf vom Glauben angezogen fühlte. Deshalb hat er das Priesterseminar in Sofia absolviert und studiert seit nunmehr drei Jahren Theologie an der Sofioter Universität. Der Glauben verhilft ihm zu einem anderen Weltbild und hilft ihn, sein Leben zu meistern. Ob er sich durch seinen Glauben von seinen Altersgenossen unterscheidet, fragten wir ihn.
„Der Glauben verändert die Menschen, wir sind dazu geboren, eins mit Gott, unserem Schöpfer zu sein. Aus diesem Grund befinden wir uns stets auf der Suche nach Gott und wenn wir ihn nicht am richtigen Ort finden, dann geben wir uns Aberlauben und allen möglichen Lehren hin. Wenn ein Mensch aber zum rechten Glauben gefunden hat, wird er neu geboren, blüht geistlich auf und wird von Tag zu Tag reicher, denn Glauben bedeutet Leben. Der Glauben verlangt uns Taten ab, lehrt uns der Apostel. Wenn man für seinen Glauben lebt, handelt und arbeitet, dann glaubt man wirklich.“
„Die kranke Mystik, die von unserem Volk Besitz ergreift, hat uns dazu bewogen, diesen Blog zu schaffen. Wir wollen, dass die Menschen einen Ort im Internet sehen, der zeigt, dass Orthodoxie sich durchaus von der bulgarischen Wahrseherin Wanga oder von Peter Danow unterscheidet. Wir wollen den christlichen Glauben aus einer interessanteren Sicht zeigen“, sagt Angel und weiter:
„Wir veröffentlichen sehr interessante Nachrichten aus der christlichen Welt. Es gibt zwar viele Internetseiten, die die Geschehnisse in unserer Kirche beleuchten, doch nur wenige berichten von den Ereignissen in den orthodoxen Welt. Unlängst haben wir beispielsweise eine Nachricht über die Schaffung eines orthodoxen Zentrums in Thailand veröffentlicht und ein Interview mit einem Geistlichen in Kongo, der dort eine christliche Mission leitet. Wir haben auch über Südamerika berichtet. Unser Ziel ist es zu zeigen, dass das Christentum überall auf der Welt verbreitet ist und funktioniert. Zu den meistgelesenen Beiträgen zählt ein 1926 in der Kirchezeitung veröffentlichter Artikel über die Kirche und Peter Danow. Aber auch aktuelle Themen wecken das Interesse der User. Wir vertuschen auch nicht die Probleme in der Kirche. Wenn aber ein Skandal passiert, versuchen wir sofort, ein objektives Bild davon zu liefern. Interesse finden auch unsere Interviews mit Geistlichen und jungen Menschen, die ihre Suche nach geistlichen Werten schildern. Außerdem beleuchten wir die Kirchenfeste, deren Geschichte und Semantik. In unserem Team sind drei Übersetzer, die Texte aus dem Englischen, Serbischen, Französischen und Russischen übersetzen“, sagte abschließend Angel Karadakow.
Übersetzung: Rossiza Radulowa
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