„Kraft“ und MONAs Wunsch, ihre Musik für alle zugänglich zu machen
MONA ist das Künstlerpseudonym von Simona Petrowa. Obwohl noch sehr jung, hat sie bereits einen langen Weg zurückgelegt – von einem schüchternen Kind in ihrer Heimatstadt Kjustendil bis zu einer selbstbewussten Sängerin auf der Bühne, die an Wettbewerben und Musikforen teilnimmt. Inspiriert von ihrer Urgroßmutter, die Volksliedsängerin war, betont MONA, dass in ihren Popsongs stets der bulgarische Folkloreklang präsent ist:
„Die Volksmusik liegt uns im Blut. Sie ist meine größte Liebe. Selbst bei Auftritten spüre ich, dass nur die Volksmusik mich so tief berührt und mir Gänsehaut verschafft. Auch wenn ich reise, besteht meine Playlist nicht aus modernen Songs – sie ist voller Folklore, vor allem Chormusik. Genau das entfacht das Feuer in mir.“

Besonders beeindruckt ist MONA von älteren Frauen in den bulgarischen Dörfern, die Lieder singen, die sie von ihren Großmüttern gelernt haben. Für sie ist dies von unschätzbarem Wert, weil die Volksmusik uns mit den Traditionen verbindet, zeigt, wie die Menschen früher lebten, und heute zugleich durch die Linse moderner Tendenzen zu uns kommt. Sie sieht sich als Teil einer neuen Welle von Künstlern, die den Folklore in ihre Musik einfließen lassen. Das Besondere bei MONA sei, dass der Folklore bei ihr autorenhaft sei – der authentische Klang von früher könne heute nicht reproduziert werden, und eine „moderne Verpackung“ würde ihn eher schwächen.

Die junge Sängerin will daher etwas Neues schaffen, das vom Alten beeinflusst ist. So entstand nach ihrem erfolgreichen Single „Lebendig“ ihr neues Lied „Kraft“. Als Autorin von Musik und Text wandte sich MONA für das Arrangement an ROBI (Roberto Nikolow). Das Lied floss nach einer schwierigen Lebensphase „wie aus einem Atemzug“. In ihm zeigt MONA ihre eigene Kraft – jene Kraft, die sie stets stützt: unser Folklore, unsere Musik, unsere Traditionen.
Zum Video von „Kraft“ wurde eine Gebärdensprach-Übersetzung hinzugefügt – als Appell, Kunst für alle zugänglich zu machen. MONA hatte diese Idee im Traum, die dank Nuri Jasharow – schwerhöriger Schauspieler, visueller Künstler, Dozent und Linguist für die bulgarische Gebärdensprache – umgesetzt wurde. Die Sängerin engagiert sich stark für diese Sache und erklärt:

„Nur 16 % der Künstler weltweit schaffen Musik, die für alle zugänglich ist. Ich möchte Teil der Veränderung sein. Ich will, dass meine Musik eine Brücke zwischen den Welten ist!“
Autorin: Diljana Tratschewa
Übersetzt und veröffentlicht von Lyubomir Kolarov
Fotos: Facebook / MONA, YouTube
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